Die Yogadecke: das unterschätzte Hilfsmittel
Die Decke wirkt wie das unscheinbarste aller Hilfsmittel. Dabei wird sie in vielen Studios häufiger benutzt als der Block: als Sitzerhöhung, Knieschutz, Unterlage für den Schulterstand und zum Zudecken in der Endentspannung. Entscheidend ist, dass sie fest genug ist, um gefaltet ihre Form zu halten.
Was eine gute Yogadecke ausmacht
Eine Kuscheldecke vom Sofa ist zum Zudecken schön, als Hilfsmittel aber meist zu weich. Eine Yogadecke muss sich zu einem festen Paket falten lassen, das unter Gewicht nicht zusammensackt. Dafür braucht es ein dichtes Gewebe und ein gewisses Gewicht. Bewährt haben sich drei Typen:
- Feste Baumwolldecken („Studio-Decken“): dicht gewebt, pflegeleicht, formstabil. Der Standard in vielen Studios.
- Wolldecken: wärmer, sehr formstabil, aber empfindlicher in der Pflege. Klassisch in der Iyengar-Tradition.
- Mexikanische Decken: bunt gewebt, relativ dünn und leicht, gut zum Zudecken und für niedrige Erhöhungen; im Schulterstand eher zu weich.
Die drei wichtigsten Faltungen
- Das Rechteck: Decke der Länge nach halbieren, dann noch einmal, dann quer zweimal. So entsteht ein festes Paket etwa in Kissengröße, ideal als Sitzerhöhung oder für den Schulterstand (zwei bis vier Stück übereinander).
- Der lange Streifen: Das Rechteck der Länge nach noch einmal falten. Der Streifen passt längs unter die Wirbelsäule oder quer unter die Knie.
- Die Rolle: Den langen Streifen fest aufrollen. Die Rolle stützt den Nacken in Rückenlage oder die Fußgelenke im Fersensitz.
Beim Falten entsteht immer eine glatte, geschlossene Kante und eine Seite mit offenen Lagen. Für den Schulterstand zeigt die glatte Kante zum Kopf, damit die Schultern auf einer sauberen Linie liegen.
Decke und Block: wer macht was?
Block und Decke überschneiden sich, ergänzen sich aber vor allem. Der Block ist hart und hoch und bringt Stabilität unter die Hände. Die Decke ist weich und flach, lässt sich in der Höhe fein anpassen und polstert. Einige typische Kombinationen:
| Situation | Lösung |
|---|---|
| Knie schmerzen im Vierfüßlerstand | Decke unter die Knie, Block nicht nötig |
| Korkblock drückt unter dem Kreuzbein | Decke über den Block legen |
| Sitzen im Schneidersitz, Knie hoch | Decke als Erhöhung unter das Gesäß, bei Bedarf Blöcke unter die Knie |
| Kopf kippt in Rückenlage nach hinten | flach gefaltete Decke unter den Kopf |
Wärme in der Endentspannung
Während der Endentspannung kühlt der Körper schnell aus. Wer friert, entspannt schlecht. Deshalb gehört das Zudecken in vielen Kursen einfach dazu. Auch zu Hause lohnt es sich, die Decke vor der Endentspannung bereitzulegen.
Pflege
Baumwolldecken lassen sich meist bei 30 bis 40 Grad waschen, sollten aber nicht in den Trockner, weil sie sonst einlaufen. Wolldecken lüftet man regelmäßig und wäscht sie nur selten im Wollprogramm oder per Hand. Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf das Pflegeetikett. In Studios mit vielen Nutzern ist waschbare Baumwolle klar im Vorteil.
Decke kaufen oder vorhandene nutzen?
Für den Anfang reicht fast jede feste Wolldecke, die man ohnehin im Schrank hat. Der Test ist einfach: Falten Sie sie zu einem Rechteck und setzen Sie sich darauf. Sinkt das Paket spürbar zusammen, ist die Decke als Hilfsmittel zu weich. Behält es seine Form, ist sie brauchbar. Wer regelmäßig den Schulterstand übt, braucht zwei bis drei gleichartige Decken, damit der Stapel eben wird. Spätestens dann lohnt sich der Kauf von Studio-Decken im Set, die alle gleich dick sind.
Fleece- und Mikrofaserdecken sind zum Zudecken angenehm, aber zu glatt und zu weich, um darauf zu sitzen oder die Schultern abzulegen.
Fazit
Eine feste Decke kostet wenig und wird in fast jeder Stunde gebraucht. Wer schon einen Block und einen Gurt hat, sollte als Nächstes über eine Decke nachdenken, gerade für den Schulterstand und für ruhige Übungen mit dem Bolster.
Passt dazu
Schulterstand (Sarvangasana)
Die Königin der Umkehrhaltungen – aber nur mit der richtigen Unterlage unter den Schultern gut für den Nacken.
Bolster für Meditation & Pranayama
Die große Rolle im Studio: wie sie im Sitzen und Liegen stützt und wo sie den Block ergänzt.
Yoga Block aus Kork
Der Klassiker im Studio: schwer, rutschfest, fast unverwüstlich – aber nicht für jede Übung die bequemste Wahl.