Der Yogagurt: Länge, Schnalle und die besten Einsätze
Der Gurt ist nach dem Block das zweitwichtigste Hilfsmittel im Yoga. Er überbrückt Abstände, die der Körper (noch) nicht schafft, und kann Körperteile in einer Position halten. Er ist billig, leicht und nimmt keinen Platz weg. Trotzdem gibt es beim Kauf ein paar Punkte, die man kennen sollte.
Welche Länge ist richtig?
Die Länge ist das wichtigste Kaufkriterium, und die meisten Gurte sind eher zu kurz als zu lang. Ein zu langer Gurt lässt sich doppelt nehmen oder aufwickeln, ein zu kurzer macht manche Übungen unmöglich.
| Länge | Passt für |
|---|---|
| ca. 180 cm | kleinere Menschen, einfache Beindehnungen, Reisen |
| ca. 240–250 cm | die meisten Erwachsenen, alle gängigen Übungen |
| ca. 300 cm | große Menschen, Schlaufen um Becken und Füße, Partnerübungen |
D-Ring oder Klemmschnalle?
D-Ringe bestehen aus zwei Metallringen, durch die das Gurtende gefädelt wird. Die Länge lässt sich stufenlos einstellen, und unter Zug hält die Schlaufe gut. Zum Lösen zieht man einfach an einem Ring. Das ist die verbreitetste Variante.
Klemmschnallen (oft „Cinch“ genannt) klemmen den Gurt mechanisch. Sie halten sehr fest, sind aber etwas umständlicher zu lösen. Wer den Gurt oft als feste Schlaufe um Oberarme oder Oberschenkel nutzt, schätzt sie.
Gurte ohne Schnalle sind für Dehnungen völlig ausreichend, lassen sich aber nicht als Schlaufe schließen.
Material
- Baumwolle: griffig, angenehm auf der Haut, lässt sich waschen. Wird mit der Zeit etwas weicher.
- Hanf: sehr robust, anfangs etwas steif und rau.
- Polyester/Nylon: glatter, rutscht in der Hand leichter, trocknet schnell. Für feste Schlaufen gut, zum Ziehen weniger angenehm.
Fünf Übungen mit Gurt
- Liegende Beindehnung: Auf dem Rücken liegen, Gurt um die Fußsohle eines Beins, Bein nach oben strecken. Der Gurt ersetzt die Hand am Fuß. Die Schultern bleiben entspannt am Boden.
- Sitzende Vorbeuge: Gurt um beide Fußsohlen, Hände greifen den Gurt so weit vorne, dass der Rücken lang bleibt. Ziehen Sie sich nicht mit den Armen nach vorne, der Gurt hält nur.
- Schulteröffnung: Gurt mit weit gegriffenen Händen vor dem Körper halten und die gestreckten Arme langsam über den Kopf nach hinten führen. Je enger der Griff, desto intensiver.
- Kuhgesicht-Arme: Eine Hand von oben, eine von unten hinter den Rücken. Wo sich die Finger nicht treffen, hält jede Hand ein Ende des Gurts.
- Schlaufe um die Oberarme: In Umkehrhaltungen und im Unterarmstütz hält eine Schlaufe knapp über den Ellbogen die Arme schulterbreit. Dazu mehr im Beitrag über den Schulterstand.
Der häufigste Fehler mit dem Gurt ist, sich damit tiefer in eine Dehnung zu ziehen, als der Körper will. Der Gurt soll eine Position ermöglichen, nicht erzwingen. Ziehen Sie nur so weit, dass Sie ruhig atmen können.
Gurt und Block kombinieren
Viele Übungen werden erst mit beiden Hilfsmitteln angenehm, etwa die sitzende Vorbeuge mit Block unter dem Gesäß und Gurt um die Füße. Ein Block zwischen den Oberschenkeln, von einem Gurt gehalten, hilft in Umkehrhaltungen, die Beine aktiv zu halten. Mehr dazu unter Block-und-Gurt-Set.
Häufige Fragen zum Gurt
Reicht nicht einfach ein Gürtel?
Für eine Beindehnung ja. Ein Gürtel ist aber meist zu kurz, hat eine harte Schnalle und lässt sich schlecht stufenlos einstellen. Für den Einstieg ist er ein brauchbarer Ersatz, auf Dauer ist ein echter Gurt deutlich angenehmer.
Wie breit sollte der Gurt sein?
Etwa 3,5 bis 4 cm sind üblich. Schmalere Gurte schneiden unter Zug ein, breitere lassen sich schlechter durch die Schnalle fädeln.
Ist ein elastisches Band dasselbe?
Nein. Fitnessbänder aus Gummi dehnen sich und dienen dem Krafttraining. Ein Yogagurt soll gerade nicht nachgeben, damit er eine Position zuverlässig hält.
Pflege
Baumwollgurte können in der Regel bei 30 bis 40 Grad in die Waschmaschine, am besten in einem Wäschenetz, damit die Metallschnalle nicht an die Trommel schlägt. Polyestergurte werden einfach abgewischt. Schnallen aus Metall gelegentlich auf Rost prüfen, vor allem wenn der Gurt feucht gelagert wurde.
Passt dazu
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