Nachhaltiger Yoga Block: was „öko“ wirklich heißt
„Bio-Yoga-Block“, „Öko-Klotz“, „nachhaltig“ – kaum ein Produktname kommt heute ohne grünes Etikett aus. Geschützt sind diese Begriffe bei Yogablöcken nicht. Dieser Beitrag sortiert, welche Materialien und Siegel tatsächlich etwas aussagen und worauf es in der Praxis ankommt.
Was macht einen Block nachhaltig?
Ein Yoga Block ist ein kleines Produkt. Sein ökologischer Fußabdruck hängt von drei Dingen ab: woraus er besteht, wie weit er transportiert wurde und wie lange er benutzt wird. Der dritte Punkt wird oft übersehen. Ein Korkblock, der fünfzehn Jahre hält, ist besser als drei „grüne“ Schaumblöcke, die nach je fünf Jahren im Müll landen.
Die Materialien im Überblick
Kork
Kork gilt zu Recht als eines der umweltfreundlichsten Materialien für Yogablöcke. Die Rinde wird geerntet, ohne den Baum zu fällen, sie wächst nach, und für die Blöcke werden meist Reste aus der Korkenproduktion verarbeitet. Die Korkeichenwälder Südeuropas gelten außerdem als wertvoller Lebensraum. Einschränkung: Das Granulat wird mit einem Bindemittel verpresst. Was darin steckt, verraten nur manche Hersteller. Mehr zum Material im Beitrag Yoga Block aus Kork.
Holz
Holz ist nachwachsend und langlebig. Entscheidend ist die Herkunft. Siegel wie FSC oder PEFC zeigen, dass das Holz aus kontrollierter Forstwirtschaft stammt. Heimische Hölzer wie Buche haben kurze Transportwege, sind aber schwer. Bambus wächst sehr schnell, wird aber fast immer aus Asien importiert und für Blöcke mit Klebstoff verleimt.
Recycelter oder biobasierter Schaum
Einige Hersteller pressen Blöcke aus Produktionsresten oder recyceltem EVA. Das erkennt man oft an einer gesprenkelten, mehrfarbigen Oberfläche. Das ist ein sinnvoller Ansatz, macht aus dem Block aber kein Naturprodukt. Recycelbar ist er am Ende seiner Nutzung meist trotzdem nicht.
Gefüllte Blöcke und Kissen
Mit Buchweizenschalen, Dinkelspelz oder Hanf gefüllte Kissen und Bolster sind keine Blöcke im engeren Sinn, ersetzen sie aber im Sitzen oft. Die Hülle ist dann meist aus Baumwolle, teilweise mit Bio-Siegel. Wie man solche Unterlagen einsetzt, steht im Beitrag über Bolster für Meditation und Pranayama.
Siegel: was sie aussagen – und was nicht
| Siegel | Sagt aus | Sagt nicht aus |
|---|---|---|
| FSC / PEFC | Holz stammt aus zertifizierter Forstwirtschaft | wie der Block verleimt oder lackiert ist |
| OEKO-TEX Standard 100 | das geprüfte Produkt hält Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe ein | ob das Material ökologisch hergestellt wurde |
| „öko“, „bio“, „eco“ ohne Siegel | nichts Überprüfbares | – |
Seriöse Siegel haben eine Lizenz- oder Prüfnummer, die sich auf der Website der jeweiligen Organisation nachschlagen lässt. Taucht nur ein grünes Blatt-Logo ohne Nummer auf, handelt es sich meist um Eigenwerbung.
Der größte Hebel: benutzen, pflegen, weitergeben
- Einmal richtig kaufen. Lieber einen etwas teureren, dichten Block als einen billigen, der nach einem Jahr ausfranst.
- Pflegen. Kork und Holz trocken halten, Schaum nicht mit scharfen Reinigern behandeln.
- Umnutzen. Ein abgenutzter Block taugt noch als Fußstütze, Türstopper oder Sitzerhöhung.
- Weitergeben. Gebrauchte Blöcke lassen sich gut verschenken oder verkaufen, gerade Kork und Holz sehen nach einer Reinigung wieder ordentlich aus.
Unsere Einschätzung
Wer ökologisch einkaufen möchte, liegt mit Kork oder zertifiziertem Holz am sichersten. Beim Schaumstoff ist ein recycelter Block besser als ein neuer, bleibt aber Kunststoff. Wichtiger als jedes Etikett ist, dass der Block zur eigenen Praxis passt, denn nur dann wird er lange benutzt. Welcher Typ zu welchem Übungsstil passt, zeigt die Materialübersicht.
Passt dazu
Yoga Block aus Kork
Der Klassiker im Studio: schwer, rutschfest, fast unverwüstlich – aber nicht für jede Übung die bequemste Wahl.
Yoga Block aus Holz
Massiv, formtreu und schön anzusehen. Für Iyengar-orientierte Praxis und Armbalancen – aber schwer und glatt.
Yoga Block aus Schaumstoff
Leicht, günstig und angenehm zum Liegen. Entscheidend ist die Dichte – zu weicher Schaum knickt unter Last ein.