Yoga Block aus Holz: wann sich das Gewicht lohnt
Holzblöcke sind die älteste Form des Yoga Blocks und in vielen Studios mit Iyengar-Tradition bis heute Standard. Sie sind absolut formstabil und halten ein Leben lang. Gleichzeitig sind sie schwer, hart und an der Oberfläche glatter als Kork. Für wen das passt, lesen Sie hier.
Warum überhaupt Holz?
Als der indische Yogalehrer B. K. S. Iyengar (1918–2014) im Lauf seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit Hilfsmittel systematisch in den Unterricht einführte, griff er zu dem, was verfügbar war: Holzklötze, Baumwollgurte, Decken, Stühle. Seine Überlegung war einfach. Eine Haltung soll auch dann sauber ausgerichtet geübt werden können, wenn Beweglichkeit oder Kraft noch fehlen. Das Hilfsmittel gleicht die Lücke aus. Schaumstoff und Kork kamen erst später dazu. In Studios, die sich an dieser Tradition orientieren, stehen deshalb oft noch Regale mit Holzblöcken. Mehr zur Person finden Sie im Wikipedia-Artikel über B. K. S. Iyengar.
Hartholz, Weichholz, Bambus
| Holzart | Eigenschaften | Für wen |
|---|---|---|
| Buche, Esche, Ahorn | sehr hart, schwer (bei Standardmaß oft weit über 1 kg), feine Maserung | Studios, stationäre Praxis zu Hause |
| Kiefer, Fichte, Paulownia | leichter und weicher, anfälliger für Dellen | wer Holz möchte, aber das Gewicht scheut |
| Bambus | technisch ein Gras, als verleimte Lamellen verarbeitet; oft innen hohl oder aus Streifen gefertigt, dadurch leichter | als Kompromiss aus Optik und Gewicht |
Bei Bambus lohnt ein genauer Blick auf die Produktbeschreibung. Manche Blöcke sind hohle Kästen mit dünnen Wänden. Sie sehen massiv aus, halten aber punktuelle Belastung, etwa das ganze Körpergewicht auf einer Kante, nicht so gut aus wie ein massiver Klotz.
Stärken im Übungsalltag
Holz gibt überhaupt nicht nach. Das macht es für Übungen interessant, bei denen es auf exakte Höhe ankommt. Zwei Holzblöcke unter den Händen in einer Armbalance sind wie ein kleiner Barren. In stehenden Haltungen bleibt die Hand immer auf derselben Höhe. Außerdem lässt sich Holz hochkant stellen, ohne zu wackeln. Das ist für Übungen praktisch, in denen der Block die größtmögliche Höhe liefern soll.
Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt: Holz altert gut. Kratzer lassen sich anschleifen, eine neue Schicht Öl frischt die Oberfläche auf. Ein Buchenblock kann Jahrzehnte halten.
Was gegen Holz spricht
- Glätte: Geölte oder lackierte Oberflächen werden mit feuchten Händen rutschig. Wer schnell schwitzt, ist mit Kork besser bedient.
- Härte: Unter Kreuzbein, Wirbelsäule oder Kopf ist Holz ohne Decke unangenehm, bei längerem Liegen sogar schmerzhaft.
- Gewicht: Zwei Hartholzblöcke wiegen zusammen schnell mehr als eine dicke Yogamatte. Für den Weg ins Studio eignen sie sich kaum.
- Lärm: Holz auf Holzboden klappert. In einer ruhigen Stunde fällt das auf.
Scharfkantig geschnittene Holzblöcke können beim Aufstützen in die Handballen drücken und beim Herunterfallen Fliesen oder Parkett beschädigen. Achten Sie auf rundum gefaste Kanten.
Pflege von Holzblöcken
Nach dem Üben reicht ein trockenes oder nebelfeuchtes Tuch. Unbehandeltes Holz nimmt Schweiß auf und wird mit der Zeit dunkler. Wer das vermeiden will, ölt den Block alle paar Monate mit einem lebensmittelechten Holzöl nach und lässt ihn gut durchtrocknen. Holzblöcke gehören nicht in feuchte Keller oder direkt neben die Heizung, weil sie sich sonst verziehen oder reißen können.
Holzblock selbst bauen?
Wer eine Werkstatt hat, kann einen Holzblock leicht selbst herstellen: ein Stück Buche oder Leimholzplatte auf etwa 23 × 15 × 7,5 cm zuschneiden, alle Kanten großzügig brechen, gründlich schleifen und mit einem lebensmittelechten Öl behandeln. Wichtig ist, dass das Holz trocken und spannungsfrei ist, sonst verzieht sich der Block später. Aus Brettern verleimte Blöcke sollten mit wasserfestem Holzleim verarbeitet werden. Ein selbst gebauter Block ist in der Regel schwerer als ein gekaufter Bambusblock, dafür lässt sich die Höhe genau an die eigene Praxis anpassen.
Unser Fazit
Ein Holzblock ist ein Werkzeug für Menschen, die zu Hause einen festen Übungsplatz haben und Wert auf absolute Formstabilität legen. Für Einsteiger, die einen Block auch mal mitnehmen oder darauf liegen wollen, ist Kork oder Schaumstoff meist praktischer. Wer im Iyengar-Stil übt oder eine Unterlage für den Schulterstand sucht, wird Holz dagegen schätzen. Eine Gegenüberstellung aller Materialien steht in der Klötze-Übersicht.
Passt dazu
Yoga Block aus Kork
Der Klassiker im Studio: schwer, rutschfest, fast unverwüstlich – aber nicht für jede Übung die bequemste Wahl.
Schulterstand (Sarvangasana)
Die Königin der Umkehrhaltungen – aber nur mit der richtigen Unterlage unter den Schultern gut für den Nacken.
Yoga Block XXL & Sondermaße
Von der flachen Platte bis zum XXL-Klotz: die gängigen Formate und für wen welches Maß sinnvoll ist.