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Blöcke im Yin Yoga: Stütze für lange Haltungen

AsanasAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Yin Yoga ist ein ruhiger Stil: Die Haltungen finden überwiegend am Boden statt und werden mehrere Minuten gehalten, die Muskulatur soll dabei möglichst entspannt bleiben. Genau hier sind Blöcke unverzichtbar. Sie tragen den Körper dort, wo er sonst mit Muskelkraft festhalten müsste.

Was Yin Yoga ausmacht

Yin Yoga geht auf den Kampfkunstlehrer Paulie Zink zurück, der ab den späten 1970er-Jahren in Nordamerika unterrichtete. Paul Grilley entwickelte den Ansatz weiter und verband ihn mit Anatomie. Seine Schülerin Sarah Powers prägte den Namen „Yin Yoga“. Die Grundidee: Während dynamische Stile vor allem Muskeln kräftigen und dehnen, sollen lange, passive Haltungen vor allem Bänder, Faszien und Gelenkkapseln sanft belasten. Einen guten Überblick bietet der englischsprachige Wikipedia-Artikel.

Wer passiv bleiben will, darf die Haltung nicht mit Kraft halten. Und hier kommt der Block ins Spiel.

Warum Blöcke im Yin so wichtig sind

Stellen Sie sich eine tiefe Vorbeuge im Sitzen vor, die vier Minuten dauern soll. Ohne Unterstützung halten Rücken- und Nackenmuskeln den Oberkörper ständig fest. Legen Sie dagegen die Stirn auf einen Block oder die Brust auf ein Bolster, kann alles loslassen. Das ist der eigentliche Sinn der Haltung. Blöcke erfüllen im Yin drei Aufgaben:

  • Ablage: Kopf, Arme oder Oberkörper finden eine Auflage.
  • Dosierung: Ein Block unter dem Knie oder der Hüfte nimmt Intensität heraus, wenn eine Dehnung zu stark ist.
  • Sitzerhöhung: Ein Block unter dem Gesäß kippt das Becken nach vorne und erleichtert Vorbeugen.

Welches Material passt?

Weil man oft minutenlang auf dem Block liegt oder den Kopf darauf ablegt, ist Schaumstoff im Yin am angenehmsten. Kork ist stabiler, drückt aber bei langen Haltungen an Knochen. Viele legen deshalb eine gefaltete Decke über den Korkblock. Holz ist für Yin ungeeignet.

Fünf Yin-Haltungen mit Block

HaltungWo der Block liegtWirkung der Stütze
Schmetterling (Vorbeuge mit Fußsohlen aneinander)unter der Stirn, ggf. unter beiden KnienNacken entspannt, Leisten werden entlastet
Raupe (Vorbeuge mit gestreckten Beinen)unter dem Gesäß oder auf den Schienbeinen unter der StirnBecken kippt leichter, Rücken kann rund hängen ohne Zug im Nacken
Schlafender Schwan (Taube, passiv)unter der Hüfte des vorderen BeinsBecken bleibt gerade, Knie wird entlastet
Sphinxquer unter den Unterarmen oder unter der Brustregelt die Intensität der Rückbeuge
Unterstützter Fischein Block unter den Schulterblättern, einer unter dem Kopföffnet den Brustkorb ohne Muskelarbeit
Faustregel für die Intensität

Im Yin darf man eine deutliche, aber gut aushaltbare Empfindung spüren. Stechen, Kribbeln oder Taubheit sind ein Signal, sofort mehr Unterstützung zu geben oder die Haltung zu verlassen.

Wie viele Blöcke braucht man?

Für die meisten Yin-Sequenzen reichen zwei Blöcke. Ein dritter ist praktisch, wenn Sie zugleich Kopf und beide Knie stützen wollen. Dazu kommen idealerweise ein Bolster und eine Decke. Wer nur ein Hilfsmittel zusätzlich kaufen möchte, sollte als Erstes zu einem 2er-Set Blöcke greifen.

Häufige Fehler mit Blöcken im Yin

  • Zu wenig Unterstützung: Aus Ehrgeiz wird der Block weggelassen, obwohl der Nacken nach zwei Minuten verkrampft. Im Yin ist mehr Unterstützung fast immer besser.
  • Harter Block ohne Polster: Kork oder Holz direkt unter dem Kopf oder dem Kreuzbein drückt bei langen Haltezeiten. Eine Decke darüber löst das Problem.
  • Unruhiges Nachkorrigieren: Wer ständig die Position des Blocks ändert, kommt nicht zur Ruhe. Nehmen Sie sich am Anfang der Haltung eine halbe Minute Zeit zum Einrichten, danach bleibt alles, wie es ist.
  • Zu schnelles Aufstehen: Nach mehreren Minuten in einer Haltung fühlen sich Gelenke oft steif an. Lösen Sie die Haltung langsam, räumen Sie den Block in Ruhe weg und gönnen Sie sich einen Moment in Rückenlage.

Yin und Yang ergänzen sich

Yin Yoga ist kein Ersatz für aktive Praxis, sondern eine Ergänzung. Viele üben es abends oder nach einer dynamischen Einheit. Wie Blöcke in einer klassischen Hatha-Stunde eingesetzt werden, zeigt der Beitrag über den Block im Hatha Yoga.

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